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19. Juli 2009

Das steckt hinter den Reifen mit Notlauf-Eigenschaften

Reifen mit Notlauf-Eigenschaften erlauben das Weiterfahren auch bei totalem Luftverlust. Beim so genannten Runflat-Reifen spielt BMW die Pionierrolle und rüstet etliche Modelle serienmäßig mit dieser Technik aus. Das beste Reserverad ist jenes, das man nicht braucht. Reifenpannen sind so selten geworden, dass ein Großteil aller Ersatzräder, die Autohersteller in den Kofferraum gelegt haben, am Ende eines Autolebens unbenutzt beim Verwerter landet. Kein Wunder, dass die Autobauer nach Möglichkeiten suchen, das klassische Reserverad loszuwerden. Denn es nimmt viel Platz weg, und es ist schwer. Kilos, die man unnütz spazieren fährt, kosten Kraftstoff.

Vielfältige Alternativen zum Reserverad

Zu den vielfältigen Alternativen zählen Noträder und Pannensets, mit denen ein defekter Reifen abgedichtet und wieder aufgepumpt werden kann. Was allerdings nur bei kleinen Punkturen funktioniert. Beim Notrad mutet man dem Autofahrer immer noch den Radwechsel zu – auch keine perfekte Lösung. Das Beste, sagten sich da die Entwickler, wäre ein Reifen, mit dem man auch dann noch weiterfahren kann, wenn er platt ist. So kam es zu verschiedenen konkurrierenden Systemen.

Im von Michelin entwickelten Pax-Reifen findet sich ein Stützring aus synthetischem Gummi, der im Pannenfall der Lauffläche des Reifens Halt gibt. Nachteil: Dazu braucht man spezielle Felgen. Das hat mit dazu beigetragen, dass sich das System nicht durchgesetzt hat.

Runflat-Reifen: BMW mit Pionierrolle

Weitere Verbreitung findet der Runflat-Reifen, wobei BMW die Pionierrolle spielt und etliche Modelle serienmäßig damit ausrüstet. Die Entwicklung stammt von Bridgestone, aber auch andere Hersteller fertigen inzwischen Reifen nach diesem System mit verstärkten Flanken. Sie sorgen dafür, dass der Reifen bei Luftverlust nahezu die gleiche Form behält wie bei korrektem Luftdruck.

Bei Tests von auto motor und sport funktionieren die Runflats überzeugend. Nur aufmerksame Fahrer werden überhaupt registrieren, dass sie mit einem luftleeren Reifen unterwegs sind. Das ist mit ein Grund dafür, dass der Gesetzgeber bei der Ausrüstung mit Notlauf-Pneus ein automatisches Reifendruck-Kontrollsystem vorschreibt. Wer sich an das im Pannenfall vorgeschriebene 80-km/h-Limit hält, kann selbst bei voller Zuladung damit rechnen, dass der Reifen deutlich über 100 Kilometer hält, bevor ihm die durch die Walkarbeit verursachte starke Hitzeentwicklung endgültig den Garaus macht.

Nachteile der Runflat-Reifen

Die Runflat-Pneus haben aber auch Nachteile. Die steifen Flanken verschlechtern den Abrollkomfort erheblich. Hersteller befinden sich in einem Zielkonflikt: auf der einen Seite steht der Komfort, auf der anderen eine möglichst lange Notlaufstrecke. Im Laufe der Entwicklung, das haben die letzten Jahre gezeigt, sind die Runflat-Reifen deutlich geschmeidiger geworden. Aber das reicht offensichtlich noch nicht, um sich flächendeckend durchzusetzen.

Quelle: Auto-Motor-Sport





8. Juli 2009

Wer eine winterliche Autoreise durch Europa plant, sollte wissen, wo Winterreifen Pflicht sind und welche sonstigen Regelungen gelten. Für viele Autofahrer erstaunlich: Während es in osteuropäischen Ländern wie Polen trotz meist kalter, schneereicher Winter überhaupt keine speziellen Vorschriften in Sachen Reifen gibt, hält das sonnige Italien Winterregeln parat. Im sonst von Regulierungswut besessenen Europa herrscht da also ziemliches Chaos. Dringender Tipp: Wohin man auch immer in der kalten Jahreszeit fährt, das Auto sollte Winterreifen haben.

Winterreifenpflicht
Eine Pflicht im engeren Sinne, das Auto mit Winterreifen auszurüsten, gibt es nur in sieben europäischen Staaten. Das sind: die drei skandinavischen Länder Finnland, Norwegen und Schweden, die drei baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen sowie das an Italien grenzende Slowenien. Bisweilen gilt die Vorschrift nicht für Ausländer.

Regeln fĂĽr die Winterreifenpflicht im Detail:

In Deutschland und Österreich hängt es von der Witterung ab, welche Reifen die richtigen sind. Und wie die Wettersituation konkret zu sehen ist, entscheidet der Autofahrer. Es gibt also weder eine generelle noch eine auf bestimmte Strecken bezogene Winterreifenpflicht.

Deutschland
Hier ist die Lage ziemlich unerfreulich – der Autofahrer steht vor vielen offenen Fragen. Die mit der deutschen Regelung verbundenen rechtlichen und fahrtechnischen Risiken sind sehr groß.

Ă–sterreich
Eigentlich wäre es logisch, dass die Alpenrepublik mit ihren vielen hoch oben durch Bergregionen führenden und von Schneemassen heimgesuchten Straßen eine klare und strenge Winterreifenregelung hat. Zwar gibt es eine Pflicht, die sich so nennt, aber gar keine ist. Wie in Deutschland werden auch in Österreich Genzjahresreifen als Winterreifen akzeptiert – vorausgesetzt, sie tragen das Kürzel M + S. Diese Pneus müssen auch nur bei winterlichen Straßenverhältnissen aufgezogen sein, und zwar in der Zeit vom 1. November bis zum 15. April. Wer dieses Gebirgsland in der kalten Jahreszeit mit dem Auto bereisen will, sollte das nur tun, wenn echte Winterreifen aufgezogen sind.

Gar keine Pflicht
Es gibt eine ganze Anzahl von Ländern in der EU, die gar keine Regelungen für die Ausrüstung des Autos im Winter kennen. Aus der Sicht der jeweiligen Ordnungshüter darf man sich dort so verhalten, als wäre Sommer. Das sollte man aber als Reisender besser nicht tun. Wie die Wetteraufzeichnungen belegen, gibt es in Europa keinen Fleck, der vor Wintereinbrüchen sicher ist. Schnee, Eis und Kälte drohen überall. Wenn es also für Autofahrer keine speziellen Wintervorschriften gibt, so bedeutet das nicht, dass Risiken ausgeschlossen sind.

Belgien, Luxemburg und Niederlande
Was soll schon in den flachen Beneluxstaaten an winterlichen Widrigkeiten kommen, denkt so mancher. Aber Vorsicht: Wer mit Sommerreifen unterwegs ist, dem können allein schon niedrige Temperaturen zum Verhängnis werden.

Dänemark
Ebenfalls wenig Ärger in der kalten Jahreszeit könnte man in diesem vom relativ milden Seeklima geprägten Land erwarten. Doch auch hier hielt das Wetter bereits böse Überraschungen parat.

Polen
Vor allem der Osten dieses Landes ist fĂĽr seine schneereichen, klirrend kalten Winter bekannt. Winterreifen sind hier nicht nur wĂĽnschenswert, sondern dringend notwendig.

Tschechien und Slowakei
Wer in diese beiden Länder reist, trifft unweigerlich auf bergige Landschaften: das Riesengebirge, die Beskiden oder gar die Hohe Tatra als kleinstes Hochgebirge der Welt. Ganz klar: Da sind Winterreifen einfach ein Muss!

Quelle: Autoversicherung-Tarife





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