Die Wahlen rücken näher, die Rezession ist in vollem Gange und der Wähler muss in diesen schweren Zeiten angefüttert und mit allerei “Häppchen” bei Laune gehalten werden. Am Besten lässt sich das anstellen, indem man Konjunkturpakete schnürt ohne zu fragen, welchen Effekt man damit bei genauerem Hinsehen erzielt. ”Wettbewerbsverzerrung”, “Benachteiligung deutscher Hersteller”, “Subventionierung von Importeuren”, “staatliches Importdumping”, “künstliches Strohfeuer”, “Milchmädchenrechnung bei der Mehrwertsteuer”… davon spricht der Automarktexperte der deutschen Autoindustrie Professor Ferdinand Dudenhöffer im “Frontal21″ Interview 07.04.09 (ZDF) im Zusammenhang mit der Abwrackprämie (auch als Video abrufbar)
Man muss nicht Wirtschaftswissenschaften studiert haben um zu erkennen, dass die Abwrackprämie nur auf den ersten Blick wirksam sein kann. Als Laie stellen sich einige Fragen und die Antworten sind je nach Position eher verwirrend:
Wer genau nutzt eigentlich die Prämie? Wieviele der Menschen, die bisher ein Auto fuhren, was älter als 9 Jahre alt war, haben dies aus wirtschaftlichen Gründen getan? Konnten diese Menschen plötzlich ein Auto bar bezahlen oder war dafür eine Finanzierung nötig? Und was passiert mir den Krediten, wenn diese Menschen in Folge der Rezession arbeitslos werden?
Längst bekannt ist das Problem, dass die Abwrackprämie insbesondere Kleinwagenherstellern und hier dann in erster Linie ausländischen Automarken auf Grund der Preisstrategie entgegenkommt. Die deutschen Hersteller verlieren im Vergleich. Sicherlich: Opel produziert in Eisenach den Corsa, verunsichert aber den Käufer durch die unklare Situation im Unternehmen, Ford produziert den Fiesta in Deutschland aber VW lässt den Fox und den Polo im Ausland fertigen.
Zudem bringt die “Umweltprämie”, wie die “Abwrackprämie gern von Befürwortern genannt wird, Probleme für Wirtschaftszweige und sogar Saatseinnahmequellen, die erst auf den zweiten Blick auffallen:
– Gebrauchtwagenfahrer zahlen jährlich Kfz- Steuern /Neuwagenfahrer sind 1-2 Jahre steuerbefreit
– Gebrauchtwagenfahrer benötigen für ihr Fahrzeug alle 2 Jahre TÜV und ASU/ Neuwagenfahrer sind die ersten 3 Jahre von den Prüfungen befreit
– Gebrauchtwagenfahrer müssen ihre Fahrzeuge häufiger reparieren lassen, tun dies auch in freien Werkstätten/ Neuwagenfahrer nehmen die Garantie in Anspruch und das ausschließlich bei den Vertragspartnern
– Gebrauchtwagenfahrer älterer Kfz´s neigen auf Grund ihrer wirtschaftlichen Situation dazu beim Autokauf neuere Gebrauchtwagen zu kaufen/ Neuwagenfahrer die wirtschaftlich schwächer sind, werden ihre Fahrzeuge viele Jahre fahren… etc.
So zahlt der Steuerzahler früher oder später für sein eigenes Wahlwerbegeschenk und außerdem dafür, dass die ein oder andere Branche und die daran hängenden Arbeitsplätze dabei auf der Strecke bleiben.
Die Katze beisst sich in den Schwanz und wundert sich, dass es weh tut.
Schuldet mir der Staat nun 2500 Euro weil ich mein Auto nicht verschrotte, aber ich und meine Kinder anderen das Auto finanziere.Oh ich vergaß Frau Merkel hasst ja Kinder und Leute die welche haben.Die Strom und Benzin Preise senken, da wäre allen geholfen vor allen Arbeitgebern. Aber nein die Energiemafia kann tun was sie will. Ich werde meine Kneipe schließen aufgrund der hohen Nebenkosten und finanziere anderen Leuten dass Auto.
Kommentar by Falk — 15. April 2009 @ 20:08
Toll,
Motorradfahrer wurden wieder einmal vergessen.
Auch sie müssen alle zwei Jahre zum TÜV selbst wenn sie ihr Fahrzeug neu kaufen. Auch müssen sie Jährlich ihre Steuer entrichten, dies nach einem Neukauf. Weil Steuerbefreiungen gab es bei Motorrädern noch nie. Während dies ja bei PKW schon öfters der Fall war.
Sie müssen sogar seid 3 Jahren eine AU machen, rückwirkend für Fahrzeuge ab Erstzulassung 1989, als niemand über irgendwelche Abgaswerte für Motorräder sprach. Damals war das Wort geregelter Kat selbst bei so genanten Premium Autoherstellern teilweise noch ein Fremdwort nur Motorräder sollen mal eben so, eine Abgasnormerfüllen die es bei ihrer Zulassung noch nicht einmal gab.
Na ja und zum Thema Abwrackprämie auch da schauen Motorradfahrer wieder einmal hinterher.
Mag also sein das im Moment freie Werkstätten ein Tal durchschreiten, aber laut der hier aufgeführten Meinung sollte es ja in ein paar Jahren, nämlich dann wenn die Garantiezeit um ist wieder aufwärts gehen.
Und jedem der sein Auto jetzt nicht Abwracken will steht es doch frei sein Fahrzeug zu behalten. Und könnte sogar davon in ein zwei Jahren richtig profitieren, denn dann werden gut gepflegte Gebrauchte rar sein. Und bis dahin kann er ja mit regelmäßigen Besuchen, eine freie Werkstatt seiner Wahl tatkräftig unterstützen.
Ich hoffe dass dieser Beitrag mit dem Witz gelesen wird, mit dem ich ihn auch geschrieben habe. Wobei mir die Benachteiligung der Motorradfahrer wirklich nah geht.
Kommentar by Lustigerbiker — 29. April 2009 @ 23:08