Die meisten Autofahrer, so das Ergebnis zahlreicher Befragungen, rĂ€umen der Sicherheit einen sehr hohen Stellenwert, gar absolute PrioritĂ€t ein. Angesichts der Tatsache, dass auf winterlichen StraĂen das Unfallrisiko um das Sechsfache steigt, wĂ€re der frĂŒhzeitige Wechsel auf Winterreifen die logische Konsequenz. Die RealitĂ€t sieht leider anders aus â obwohl die âsituativeâ Winterreifenpflicht mit der Verpflichtung zur âgeeigneten Bereifungâ ab diesem Winter in der StVO festgehalten ist.
Zwar montieren viele Verbraucher ihre Winterreifen an einem festen Datum, doch ein guter Teil von ihnen wartet definitiv auf den ersten Wintereinbruch mit Schnee und Eis. Dann aber sind die HĂ€ndler und WerkstĂ€tten zwangslĂ€ufig ĂŒberlastet, Hektik macht sich breit, lange Wartezeiten sind unvermeidbar. Manche WinterreifengröĂe ist möglicherweise nicht sofort lieferbar, weil der Bedarf groĂ und die LagerkapazitĂ€t begrenzt ist.
âKauf und Montage von Winterreifenâ, so die Fachleute von Continental, âist möglichst frĂŒhzeitig empfehlenswert. Wenn die Temperaturen sinken, sprechen technische GrĂŒnde fĂŒr den Wechsel, die Auswahl beim HĂ€ndler ist noch ĂŒppig und kurzfristige Werkstatt-Termine sind kein Problem.â TatsĂ€chlich beginnt das Risiko einer reduzierten Fahrsicherheit mit Sommerreifen bereits bei Plustemperaturen und dann, wenn abgefallenes Laub und NĂ€sse die StraĂen zu Rutschbahnen machen können.â
Die Gummimischung von Sommerreifen, ausgelegt fĂŒr wĂ€rmere AuĂen- und Fahrbahntemperaturen, beginnt bereits ĂŒber dem Gefrierpunkt zu verhĂ€rten. Dadurch geht die notwendige FlexibilitĂ€t verloren, um beim Bremsen, Anfahren und in Kurven genĂŒgend Grip aufzubauen. Die Folgen: Bremswege verlĂ€ngern sich, die Kurvenhaftung nimmt ab. Durch die höhere KĂ€lteflexibilitĂ€t ihres Laufstreifens können sich Winterreifen bei niedrigen Temperaturen mit dem Untergrund wirksam verzahnen, auch auf schneefreier StraĂe. Die Fahrsicherheit ist im Vergleich zum Sommerreifen schon unter diesen Bedingungen deutlich höher.
Wenn der erste Wintereinbruch kommt und Schnee auf der StraĂe liegt, wird die Fahrsicherheit mit Sommerreifen dramatisch reduziert â nun gilt auch die Pflicht, Winterreifen montiert zu haben oder das Auto stehen zu lassen. Das Anfahren gelingt mit Sommerreifen zumindest an Steigungen ĂŒberhaupt nicht mehr, das Fahrzeug bricht in Kurven sehr frĂŒh aus, auch schon bei niedrigen Geschwindigkeiten. Die Bremswege werden gefĂ€hrlich lang. Wer unter solchen Bedingungen noch mit Sommerreifen unterwegs ist, muss mit 20 Euro BuĂgeld rechnen, wer den Verkehr behindert, weil sein Wagen noch sommerbereift ist, zahlt 40 Euro und bekommt einen Punkt in der Flensburger VerkehrssĂŒnderkartei. Doch auch abgefahrene Winterreifen sind nicht optimal: Unter vier Millimetern Restprofiltiefe können sie vor allem auf Schnee und Eis nicht mehr viel Grip aufbauen.
Selbst neuere und mit modernen aktiven Sicherheitssystemen ausgestatte Fahrzeuge können auf Winterreifen nicht verzichten. “Elektronische Systeme wie ABS, ASR und ESP sind auf einen Reifen angewiesen, der die KrĂ€fte optimal auf die Fahrbahn ĂŒbertrĂ€gt”, so Continental-Reifenexperte Dr. Burkhard Wies. âDeshalb sind Winterreifen im Interesse der Fahrsicherheit unverzichtbar, unabhĂ€ngig vom Fahrstil oder vom Fahrzeugkonzept.â
Quelle: winterreifen-news
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